Verfasst von: strohhutreisen | Juni 7, 2009

Glückstadt Regatta 2009 (23-24 Mai)

Aktuelle news zum Bereich Kühnezug Sailing:

  

Glückstadt Regatta: 23-24 Mai 2009

Glückstadt Regatta Platz 1 in der Gruppe ORC Club I/II und schnellstes Boot (von 49 Startern) über alles nach berechneter Zeit. 

Bericht:

Vom  23 bis zum 24 Mai 2009 haben wir an der Glückstadt Regatta auf der Elbe teilgenommen.

Die Regatta hat eine lange Tradition, welche bis 1949 zurückreicht. Sie zählt neben der Nordseewochen Teilregatta Wedel – Cuxhafen zu einer der anspruchsvollsten auf der Elbe. Sie wird von vielen Regatta Seglern als Trainings- und Vorbereitungsregatta für die Nordseewoche gesehen, da die Elbe durch Ihre Gezeitenverhältnisse und verlaufsbedingten Winddrehungen hohe Ansprüche an das seglerische Können stellt.   

Es gingen insgesamt 49 Yachten und Jollen in 3 Startgruppen und 8 Wertunsgklassen an den Start.

Die Wertungsgruppen teilten sich in Jollenklassen, Yardstick und verschiedene ORC Gruppen auf.

Die Kühnezug nahm die Herausvorderung in der ORC Club I/II an und war mit unsgesamt 6 Booten in dieser Klasse vertreten.  

Wedel – Glückstadt:

Der erste Start für die Regatta am Samstag war Gezeitenbedingt um 16:00Uhr wobei unsere Startgruppe 3, mit ca. 20 Booten, um 16:20Uhr den Schuss für die Kreuz bis Glückstadt bekam. Wir hatten einen guten starten und konnten uns mit 4 vor uns liegenden Booten (PANDA, LUV, ELAN und Norddeutsche Vermögen Hamburg)  vom Feld absetzen. Es begann ein harter Kampf gegen Boote die uns teilweise von Größe und Segelfläche überlegen waren.

Glückstadt 2009

Die PANDA konnten wir schon in der Nachstartphase mit einem Leedurchbruch abschütteln. Größer wurde die Herausforderung bei der LUV (direktes Boot vor uns), ELAN und Nordeutsche Vermögen. Grade die Norddeutsche Vermögen ist uns haushoch überlegen und wir konnten schon nach kuzer Zeit nur noch ihren Spiegel sehen, der immer kleiner wurde. Hier sollte sich später zeigen, dass der Spruch “abgerechnet wird im Ziel” zutrifft.

 

ELAN gewann auch mit Harald Baum schnell Abstand. Wir verteitigten nach hinten und griffen nach vorne durch geschickte Ausnutzung von Tide und Winddrehung die LUV als direkten Gegner an.    

Glückstadt Regatta 2009

Dies zahlte sich nach halber Strecke aus und wir konnten den Abstand achteraus zur LUV konstand halten und zeitweise vergrößern. Nun nahmen wir die ELAN ins Visier und konnten auch hier im letzten Drittel der Kreuz einen unerwarteten Erfolg verbuchen. 

Wir gingen als Nummer 1 um die Tonne 74 Stöhrsperrwerk und von dort ging unter Spi mit abnehmenden Wind zurück nach Glückstadt. Warum als Nummer 1, wenn die “Vermögen von Hamburg” vor uns war? Leiden hatten sie das Pech um die falsche Tonne gegangen zu sein und damit hatten sie ihren klaren Sieg verspielt.

 

Zum Ende des ersten Regatta Tages wurde es nochmal spannend. Der Wind schlief vor den Toren Glückstadts ein und die LUV kam von hintern nachmal auf und lag kurzzeitig wieder bis zu 2 Bootslängen vor uns. Der Nervenkrieg begann. Wind, ich meine so gut wie kein Wind, von achtern, und Strom gegenan.

Zeitweise standen wir und dachten darüber nach den Anker klar zu machen. Der entscheidenen Schachzug der uns den Sieg brachte war das hissen der Unterwäsche (ein quasi papierdünner Spi der praktisch bei 0 Wind steht) und die Entscheidung besser fahren durch kreuzen vor dem Wind als stehen bzw. rückwärts treiben.

Die harte und konzentrierte Arbeit und der  Mut unseres Steuermanns und Eigner Manfred Böttcher  Dinge zu tun die andere nicht oder zu späten umsetzen brachte uns den 1 Platz in userer Wertungsgruppe, den 1 Platz in unserer Startgruppe und den 1 Platz nach berechneter Zeit über alle Boot, da die Vermögen von Hamburg leider falsch abgebogen war. 

 Es war ein gutes Gefühl die Bohlung für die vielen Arbeitsstunden im Winterlager und auf dem Wasser zu bekommen.

Wir feierten genüßlich unsern Sieg und die Anerkennung der Mitstreiter und vielen nach einen kurzen Besuch in der Seglerhalle erschossen in unsere Kojen.

Glückstadt – Wedel:

Die Rückreise von Glückstadt nach Wedel begann mit guter Laune und dem klaren Ziel die Regatta für uns zu entscheiden. Uns begrüßte ein toller Sonnenaufgang mit 3-5kn Wind und einem geplanten Start genau vor den Toren Glückstadts, auch genannt “Happy Town”.  Wir mußten, wie alle anderen Segler und der Regattaleitung schnell feststellen, dass so wenig Wasser durch die Ebbe übrig war, dass an einen Start im Seitenarm der Elbe nicht möglich war.  Der Manöverraum wäre zu gering gewesen und man hätte mehr mit Freischleppen zu tun gehabt als mit korrekten Startvorbereitungen.

Der Start wurde somit an den SW Abzweig der Elbe verlegt. Die Fahrt dort hin war nicht weniger interessant, da rechts und links von uns Boote der Reihe nach stecken blieben und einige Euros in die Parkuhren gewandert sind. Nach einigen komischen Einlagen von Mitseglern hat es uns selber erwischt und wir steckten auch fest. Zum Glück konnten wir uns nach 10 Min. befreien und pünklich an den Start gehen. Der Wind dankte uns für die Verlegung der Startlinie mit Raumen Wind um die 10-12 Knoten. Der Startschuß viel, der Spi ging hoch und schon zogen wir als drittes Boot davon. Super start…

 

IMG_2793 

Und es ging mit Spi an dem Westufer haltend Richtung Wedel. 

Da wir uns konsequent auf dieser Seite hielten bekamen wir die frischen Böen die teilweise mit Halbwind einfiehlen und so stark waren, dass Boote hinter uns den Spi bergen mußten. Unser Skipper ließ den Spi oben und steuerte das Boot wie auf Schienen, obwohl wir hier und da schon sehr kränkten lief es nie aus dem Ruder. Eine super Leistung die uns den Vorsprung zum Hauptfeld nach achtern brachte.

Vor uns konnte sich die ELAN als erstes Boot und die LUV als zweites Boot absätzen.  Unser direkter Gegner hieß nun LUV. Wir konnten beobachten, wie die LUV auf der Westseite der Elbe nicht so gut voran kan und so entschlossen wir uns durch Halsen eher in der Mitte zuhalten was uns bis auf 1 Bootslänge an die LUV herankommen ließ bzw. lagen wir sogar vor der LUV.

Ein Kopf an Kopf Rennen mit Kurs auf das Ziel in Wedel begann. Die LUV konnte bedingt durch einen raumeren Kurs wieder aufholen und hat es geschaft  kurz vor dem Ziel nochmal gleichauf zukommen. Die Ziellinie überquerte die LUV als erstes.

Wir waren etwas entäuscht, obwohl wir wußten, dass der Gesamtsieg unser war, da die LUV und vergüten mußte.

Die ELAN ist zwar als erster durchs Ziel gegangen, konnte jedoch durch das schlechtere Ergebnise vom Vortag uns den Sieg nicht mehr streitig machen. 

Das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen:

1 Platz für die Gruppe und schnellstes Boot über alles…Hut ab..großes Eigenlob :)

A.Maier

 

 

 


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